Systemsprenger herunterladen

. . Bei der Recherche und den Drehvorbereitungen zu SYSTEMSPRENGER wurde Nora Fingscheidt von Professor Dr. Menno Baumann unterstützt. Die Regisseurin habe „ein sehr ernstes Thema unserer Kinder- und Jugendhilfe aufgegriffen und in seiner Komplexität in Szene gesetzt. … immer, wenn der Zuschauer glaubt, Hoffnung keimt auf, belehrt uns der Film eines Besseren. Und dieses Kerngefühl, das Helfer und Helferinnen in ihrer Arbeit immer wieder erleben, ist in dem Film eingefangen“, sagt der Professor für Intensivpädagogik. Verschiedene Untersuchungen im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe wie auch der Sozial-Psychiatrie haben gezeigt, dass es eine Gruppe von Menschen gibt, denen im Rahmen der bestehenden Hilfesysteme offenbar kaum geholfen werden kann. Sie wandern von Maßnahme zu Maßnahme, kommen immer wieder von Psychiatrie zu Inobhutnahmestelle, in eine neue Pflegefamilie oder in ein neues Heim. Die Ambivalenzen der überforderten, ängstlichen, im Grunde aber doch liebevollen Mutter sind in diesen „Fallverläufen“ ebenfalls ein typisches Muster. Diese Dynamiken, die in der Fachwelt oft mit dem hilflosen Begriff des „Systemsprengers“ (dabei handelt es sich nicht um einen Fachbegriff, siehe mein YouTube-Beitrag: „Systemsprenger – Versuch einer Definition“) benannt werden, hat der Film auf absolut reale Weise eingefangen.

Es gibt sie, die „Bennis“, die hilflos durch das Helfersystem zu irren scheinen und dabei, zwischen ihrer Angst und ihren eigenen Machtphantasien gefangen, hilflose Helfer zurücklassen. Verschiedene Studien kommen zu dem Ergebnis, dass ihr Anteil innerhalb der stationären Jugendhilfe (Heimerziehung) in etwa bei fünf Prozent liegt, vielleicht sind es auch sieben. Also eigentlich eine kleine Gruppe – da diese aber hoch dynamisch unterwegs ist, beschäftigt sie das System extrem. . . Natürlich steht die Frage nach der Realität auch bezüglich der Erziehungsmaßnahme „drei Wochen Wald“. In ungewöhnlichen Fallverläufen greift die Pädagogik in der Tat auch zu ungewöhnlichen Mitteln – und somit ist dies sicherlich wiederum eine absolute Ausnahme, aber keineswegs undenkbar, dass auch eine solche „Maßnahme“ in Erwägung gezogen wird. Erlebnispädagogische Projekte gibt es mittlerweile viele, und fast alle entstanden aus dem spontanen Entschluss, einfach mal was auszuprobieren. . . Tedros “Teddy” Teclebrhan wurde 1983 in Asmara, Eritrea, geboren.

Er wuchs in Mössingen auf und besuchte nach seinem Zivildienst die internationale Schauspielakademie CreArte in Stuttgart, die er 2008 abschloss.